Calciferol wird als Synonym für Vitamin D benutzt und umfaßt sämtliche aktive und wirksamen Vitamin-D-Formen (z.B. Calcitriol, Calcidiol, Calciol). Vitamin D wird aus verschiedenen Provitaminen gebildet. Zum einen gibt es das tierische Provitamin D (7-Dehydrocholesterin), das aus Cholesterin gebildet wird und nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Zum anderen gibt es auch in Pflanzen ein Provitamin namens Ergosterin.

Nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Provitaminen, werden diese in der menschlichen Haut unter Sonneneinstrahlung zum eigentlichen Vitamin D (Cholecalciferol) umgewandelt. Die Vitamin-D-Versorgung durch Sonneneinstrahlung beträgt nach Schätzungen 80 bis 90 % (10 Minuten intensive Sonne auf Gesicht und Hände reicht täglich aus, im Sommer erreicht die Versorgung nahezu 100 %). Die Funktionen des Calciferols sind: Regulation des Calcium- und Phosphathaushaltes, Erhöhung der Calciumaufnahme im Darm, Mobilisierung von Phosphat und Calcium aus Knochen sowie Mineralisation von Knochen, Rückaufnahme von Calcium und Phosphat in der Niere. Vitamin D ist reichlich in tierischen Lebensmitteln enthalten:
100 g Lebensmittel Vitamin D in µg

  • Ei 2,93
  • Butter, Milch- und Milchprodukte 1-1,24
  • Lebertran 330
  • Lachs 16,3
  • Aal 20

Bei Milch und Butter ist der Gehalt von der Jahreszeit abhängig, da das Provitamin in der Haut von Kühen mit Hilfe der Sonneneinstrahlung, die im Sommer intensiver ist als im Winter, in Vitamin D umgewandelt wird. Vitamin D wird durch Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln in seiner Aktivität nicht beeinflußt. Es ist während der üblichen Garzeiten bis 180 °C hitzestabil.

Da Vitamin D im Körper selbst gebildet werden kann, muß es nicht unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Säuglinge, Schwangere und Stillende liegen bei 10 µg Vitamin D pro Tag und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei 5 µg Vitamin D. Nach Aussage der DGE ist eine kontinuierliche Prophylaxe (zur Vorbeugung gegen Rachitis) im Säuglingsalter notwendig, da die Vitamin-D-Gehalte von Frauenmilch und Kuhmilch für eine Deckung des Bedarfs keinesfalls ausreichen.

Ein Vitamin-D-Mangel führt langfristig zu Gewebeveränderungen der Knochen und des Nervensystems, z.B. zu Rachitis bei Säuglingen und Kleinkindern und zu Osteomalazie bei Erwachsenen. Durch eine Überdosierung von Vitamin D wird eine Anhebung der Calciumkonzentration im Blut ausgelöst, die als "Hypercalcämie-Syndrom" zu schweren Organstörungen mit folgenden Erscheinungen führen kann: häufiges Wasserlassen und Durst, Übelkeit und Erbrechen, Nierensteine und Niereninsuffizienz.